Ratgeber · Ausstattung
Tragetuch oder Tragehilfe?
Beides trägt dein Baby, aber auf unterschiedliche Weise. Was für Neugeborene, fürs Anlegen und für wechselnde Tragende spricht.
Artikel lesenRatgeber · Entwicklung
Ein Baby kann ab der Geburt getragen werden, wenn es richtig sitzt und der Kopf gestützt ist. Mit dem Alter ändert sich vor allem, welche Bindeweise passt.
Laut mobile-bambini.eu kann ein Säugling ab der Geburt in einem Tragetuch getragen werden. In den ersten Wochen liegt das Baby im Tuch. Vorgebundene Varianten wie Wickelkreuz- und Kängurutrage stützen den Kopf besser.
Die Österreichische Hebammenzeitung empfiehlt, früh mit dem Tragen zu beginnen, solange das Kind klein und leicht ist. Sie nennt ausdrücklich auch Neugeborene als Traglinge. Ein festes Mindestalter nennt sie nicht.
Wichtig ist, dass der Kopf gestützt ist, das Gesicht zu dir zeigt und Mund und Nase frei bleiben. Das Kinn darf nicht auf die Brust gedrückt werden.
Neugeborene können den Kopf zur Seite drehen, aber noch nicht richtig halten, weil die Nackenmuskeln schwach sind. Um den dritten Monat lernen Babys, in Bauchlage Kopf und Schultern zu heben. Zwischen dem dritten und sechsten Monat kann der Kopf meist allein gehalten werden. So beschreibt es familie.de.
Dort steht auch, dass es nicht den Tag X gibt und manche Kinder länger brauchen. Frühgeborene erreichen solche Entwicklungsschritte meist später. Bei deutlichen Verzögerungen sprichst du mit Kinderarzt oder Hebamme.
Laut mobile-bambini.eu ist das Tragen auf der Hüfte oder dem Rücken später möglich, wenn das Kind den Kopf selbst halten kann. Die Altersangaben in unseren Anleitungen sind Richtwerte. Entscheidend ist die Entwicklung deines Kindes.
| Bindeweise | Alter laut Anleitung | Position |
|---|---|---|
| Wickelkreuztrage | Ab Geburt | Bauch |
| Kängurutrage | Meist ab Geburt | Bauch |
| Kreuztrage | Ab ca. 4 Monaten | Bauch |
| Rucksacktrage | Ab ca. 5 Monaten | Rücken |
| Hüftsitz | Ab ca. 6 Monaten | Hüfte |
| Ringsling | Je nach Modell | Hüfte |
Je nach Quelle sind die Angaben unterschiedlich. Bei Kreuztrage und Hüftsitz haben wir den vorsichtigeren Wert gewählt.
Die Hüftgelenke reifen am besten in angehockter, gespreizter Haltung. Die Österreichische Hebammenzeitung schreibt, dass aktuelle Leitlinien das Tragen als Vorbeugung gegen Hüftdysplasie empfehlen. Zwei Langzeitstudien fanden laut Artikel keine Haltungsschäden durch das Tragen, auch nicht bei langer Tragezeit.
Für dich heißt das: Das Tuch soll so fest gebunden sein, dass dein Kind die Beine von selbst angehockt und gespreizt halten kann. Hängen die Beine zu weit herab, entsteht laut mobile-bambini.eu ein unphysiologisches Hohlkreuz. Bei Fragen zur Hüftentwicklung sprichst du mit Kinderarzt oder Hebamme.
Viele Hersteller nennen ein Mindestgewicht. Bei Love Radius sind es für alle gelisteten Tücher und Tragehilfen 3,5 kg, bei Boba etwa 3,2 kg. Nach oben sind die Grenzen je Modell verschieden. Bei Amazonas nennt ein Händler 15 kg, bei Storchenwiege 25 kg für das Tragetuch Leo Grau. Prüfe die Angabe für dein Modell.
Didymos nennt seine Tücher ab Geburt und erwähnt Frühchen ausdrücklich. Hoppediz führt ein eigenes Frühchentuch. Die Österreichische Hebammenzeitung zitiert eine Studie aus dem Jahr 2002 mit 34 Frühgeborenen und 12 Reifgeborenen, die beim Tragen im Tuch keine klinisch relevanten Auffälligkeiten bei Atmung und Herz fand. Bei Frühchen gilt trotzdem: Sprich vorher mit Ärztin oder Hebamme und lass dir das Binden zeigen.
Fragen und Antworten
Für das Tragen vor dem Bauch im Tuch nicht, wenn der Kopf gestützt wird. Für Hüfte und Rücken sollte dein Kind den Kopf selbst halten können.
Das hängt vom Modell ab. Hersteller nennen unterschiedliche Gewichtsgrenzen, zum Beispiel bis 15 oder 25 kg. Schau auf die Angabe zu deinem Tuch.
Nicht, wenn die Haltung stimmt. Die Hebammenzeitung schreibt, dass Leitlinien Tragen zur Vorbeugung empfehlen. Das Kind sitzt angehockt und gespreizt.
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Artikel lesenDieser Text ist allgemeine Information und ersetzt keine Beratung durch Kinderarzt, Hebamme oder ausgebildete Trageberaterin. Fachseiten und Hersteller ändern ihre Angaben, deshalb nennen wir den Stand.